Wappen der Gemeinde Bredow
Lagerbuch
(Stand: 13.02.2016)

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Die meisten dieser entfernt liegenden Ortschaften haben sich durch Barkapitalien abgelöst, die näherliegenden durch Grundstücke, wie Wernitz und Schlabendorf.

(Schlaberndorf hat zwischen Bredow, Wernitz und Markau gelegen. Die Kirche stand für sich allein im Jahre 1393. ??chel Peter ?? Schlabernsdorfer schenkte Kirche, Glocken, Bücher, Meßgewänder an die Kirche Markau am 19.März 1393. ?? Tage nachher erklärte der Bischof, daß die Kirche von Räubern überfallen und zerstört sei.).

Der von Wernitz abgetretene Acker für die von 6 Bauern zu leistende Kornernte von 6 Wispel 17 Schffl 14½ Metzen ist erst von Eberhard Alexander von Bredow, welcher zwischen 1801 und 1857 lebte, mit dem Rittergut Markau gegen dessen Forstenteil von 205 Morgen 65 Quadratruten am 19.April 1856 vertauscht worden. Wenn schon das Rittergut sich durch alle diese Erwerbungen mehr und mehr vergrößerte, so geschah dies in letzterer und gegenwärtiger Zeit noch besonders durch Ankäufe von bäuerlichen Besitzungen. Schon Alexander Eberhard von Bredow, Vater des gegenwärtigen Besitzers, vergrößerte das Rittergut durch bedeutende Einkäufe von Wiesen im Falkenhagener Luch. Wichard von Bredow fügte den schon vorhandenen immer neue Flächen hinzu, so daß gegenwärtig mehr als 300 Morgen Wiesen von Falkenhagen für das Rittergut erworben sind. Daneben erwarb er bedeutende Ackerflächen.

Am 9.Februar 1866 kaufte er die aus 5 Hufen bestehende Grunewaldsche Wirtschaft (ehemals aus 2 Zweihüfner - Döring und Sucht - und einem Einhüfner - Buntebart - bestehend) für 56.000 Thaler. Zu dieser Wirtschaft hatte schon Grunewald bei Gelegenheit der Parzellierung von Kossätengütern, kleine Wirtschaftsflächen gekauft, die das Rittergut miterwarb. Am ?? kaufte er ferner die Nöltsche Zweihufenbauernwirtschaft für 29.000 Thaler und am ?? erwarb er die J.Sommerfeldsche Dreihüfnerwirtschaft für 47.000 Thaler. Diese Wirtschaft bestand aus zwei Stammhufen und einer Hufe vom ehemals Euen'schen Gut, welches J. Sommerfeld mit Deter zur gemeinschaftlichen Teilung käuflich erworben hatte.

Zu dieser J. Sommerfeld'schen Wirtschaft gehörte noch eine an die königl. Falkenhagener Forst angrenzende gemeinschaftlich von J. Sommerfeld und dem Bauern Carl Sommerfeld erworbene Wiese. Am 1.Juli 1880 erwarb Wichard von Bredow, als Besitzer des Joachim Sommerfeld'schen Bauerngutes auch den Anteil des C. Sommerfeld für 1.200 Mark. Im Jahre 1879 kaufte Wichard von Bredow zwei zu der ehemals Kossät Kähne'schen zuletzt Jude Behrend'schen Kossätenwirtschaft gehörige Wiesen, die Landwiese und die Berglakenwiese für den Preis von ??. (Anm. 2011: Behrend war ein Immobilienmakler. Er musste das Haus erst selbst kaufen, bevor er es weiterveräußern konnte).
Das Rittergut ist also gegenwärtig im Besitz von 38 Hufen und verschiedenen kleineren Parzellen, die von Parzellierungen von Kossätengütern herrühren.

Die Gemeinde Bredow besteht gegenwärtig noch

  1. aus dem Deterschen 3 Hüfnergut (Deter 16½ Euen ??)
  2. C. Sommerfeld 2 Hüfnergut
  3. Schmidtsdorf 2 Hüfnergut
  4. Ehrenbrecht 1 Hüfnergut (ehemals Schulzengut)
  5. der Pfarre 1 Hüfnergut und
  6. 16 Kossäten, die mit den 4 parzellierten Kossätengütern ca. 9 Hufen besitzen,
so daß von den ehemaligen 56 Hufen des Dorfes jetzt das Rittergut 38 Hufen und die Gemeinde 18 Hufen besitzt. Zusammen 56 Hufen.

Das Rittergut besitzt also gegenwärtig
  1. seine ursprünglichen (Otto Ludwig von Bredow) 12 Hufen
  2. die von der Pfarre eingezogenen 2 Hufen
  3. die vom Marien Altar eingezogenen 2 Hufen
  4. ? von den Drittelbauern 1 Hufen
  5. 2 wüste Bauernhöfe (Böhm und Mehls) 6 Hufen
  6. von den 5 Dreihufnern für Dienste abgetreten 5 Hufen
  7. gekauft von B??. Nölte 2 Hufen
  8. C. Sommerfeld 3 Hufen
  9. Grunewald 5 Hufen
  10. Summe 38 Hufen
Bemerkung:

Bis hierher hatte ich dies Lagerbuch vollendet, als im im Jahre 1880 das Schulzenamt an meinen Nachfolger Schmidtsdorf abtrat. Die Fortführung bot jetzt, wo mir die Schulzenacten nicht mehr zu Hand waren, Schwierigkeiten, auch war ich, mit so vielen Arbeiten in meinem Amte als Amtssekretär, Standesbeamter, Rechnungsführer etc. überhäuft, daß eine Unterbrechung meiner Arbeit eintrat bis zum Jahre 1888, wo sich das Schulzenamt bereits in den Händen des Kossäten Jänicke seit 1884 befindet. Ein Augenleiden hindert mich ferner an der raschen Vollendung dieses Buches und werde ich das Nachfolgende diktieren müssen.

Bredow im Mai 1888 J.G. Grothe
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